Heinz Mauz (I9551) , 19272015 (aged 88 years)

Heinz Mauz
Name
Heinz /Mauz/
Given names
Heinz
Surname
Mauz

Heinz Mauz (I9551) has 1 first cousin recorded

Mother's family (0)

Shared note

Nachname Mauz

Herkunft und Bedeutung

  1. Vor allem in Schwaben verbreiteter Übername für einen unzufriedenen, lamentierenden Menschen (zu schwäbisch mau[n]zen).
  2. Aus einer Ableitung von Maute mit -z-Suffix hervorgegangener Familienname.

Da es in der Ahnenreihe dieser Mauz-Familie auch hin und wieder den Wechsel zu "Maunz" gibt, ist hier die Variante 1 zutreffend.

Häufigkeit

Es gibt etwa 1.264 Träger des Namens Mauz in Deutschland. Mauz belegt Platz 8.182 der häufigsten Namen in Deutschland. Der Name Maunz ist seltener, es gibt nur etwa 480 Namensträger und dieser Name belegt Platz 22.241 in Deutschland.

Die Namen Mauz und Maunz kommen vor allem in in Baden.Württemberg vor. Hier die Häufigkeitsverteilung des Namens Mauz. Häufigkeitsverteilung des Namens Mauz in Deutschland

Unter Berücksichtigung der Bevölkerungsdichte findet man die meisten Namensträger Mauz im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg mit 693 Telefonanschlüsse pro 1 Million Einwohner. Relative Häufigkeit des Namens Mauz in Deutschland

Die relativ meisten Namensträger Maunz gibt es im Landkreis Göppingen mit 145 Telefonanschlüssen pro 1 Million Einwohner. Relative Häufigkeit des Namens Maunz in Deutschland

Heinz Mauz – Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg

Von Juni 1944 bis Oktober 1944 war ich beim Reichsarbeitsdienst RAD in Saalfelden am Steinernen Meer. Dann bin ich nach Süßen zurückgekommen. Weil der Stellungsbefehl zur Waffen-SS nach Göppingen ging, wo ich zuvor bei meinem Meister gemeldet war, kam dieser erst zu Weihnachten 1944 bei mir an. Am Heiligen Abend musste ich nach Berlin und kam dort am Anhalter Bahnhof an. Dann musste ich weiter nach Erkner und dann nach Spreenhagen. Dort hatte ich meine erste Wache zu Sylvester/Neujahr 1944/1945. Als Bäcker war ich dort auch im Küchendienst.

Ende Januar musste ich zum Einsatz nach Gundelsheim am Neckar. Wir sind über Berlin-Charlottenburg und Halle/Saale dort hingebracht worden. Bei einer Wache im Wald habe ich einen Streifschuss abbekommen. Dieser traf meinen Stahlhelm, so dass man die Schleifspur der Kugel hinterher auf dem Helm gesehen hat. Wir mussten uns dann per LKW jeden Tag vor den anrückenden amerikanischen Truppen bis München zurück absetzen. In der Nähe von Nürnberg waren wir in einer Villa von Hermann Göring einquartiert. Der dortige Stab war bereits verschwunden. Noch vor der Besetzung von München habe ich mich mit zwei Gebirgsjägern abgesetzt. Wir sind an der Autobahn entlang in Richtung Stuttgart gelaufen. Im Wald haben wir über uns Düsenjäger gesehen, auf der Autobahn fuhren amerikanische Konvois. Bei einem Dorfschneider haben wir unsere Uniformen gegen Zivilkleidung eingetauscht. Wir mussten über die Donau um nach Hause zu kommen. Die meisten Brücken waren gesprengt worden. Die Amerikaner hatten eine Pontonbrücke über die Donau errichtet. Dort standen zwar Wachposten, die mich aber ohne Kontrolle hinüberließen. So kam ich nach Gingen an der Fils zu meiner Schwester. Dort kam ich erst einmal in die Badewanne und meine Kleider wurden wegen der Läuse verbrannt.

In Süßen habe ich mir dann auf dem Rathaus Papiere ausstellen lassen. Ein Sanitätsoffizier hat mir meine eintätowierte Blutgruppe weggeätzt und die Wunde mit einer Eihaut bedeckt. Eigentlich sollten alle Soldaten eine Tätowierung mit der Blutgruppe unter dem Arm bekommen, aber nur die Waffen-SS hat das umgesetzt.

Die Amerikaner forderten alle männlichen Bewohner in Süßen auf zum Rathaus zu kommen. Dort wurden viele ehemalige Soldaten mit Lastwagen in die Gefangenschaft abtransportiert. Ich war auch auf dem Weg dorthin und wurde gewarnt. Ein amerikanischer Posten kontrollierte meine neuen Papiere und ließ mich gehen.

(Interview durch Gerlinde Mauz an Weihnachten 2014)

Anmerkung

Ende März 1945 stellte sich in Gundelsheim die 2. Kompanie des SS-Panzergrenadier-Regiments 38 der 17. SS-Panzergrenadierdivision „Götz von Berlichingen“ den amerikanischen Truppen entgegen. Die Kommandeure der Division waren:

  • 21. Januar bis 23. März 1945: SS-Standartenführer Fritz Klingenberg
  • März 1945: SS-Obersturmbannführer Vinzenz Kaiser
  • 30. März bis 6. Mai 1945: SS-Oberführer Georg Bochmann

Trotz der hohen Dichte an Kampfbunkern der Neckar-Enz-Stellung, beschränkte sich die Verteidigung bei Gundelsheim auf die drei Tage zwischen dem 30. März und dem 1. April 1945, da die Bunker keine Bewaffnung und keine Kommunikationsmittel mehr besaßen. Am 2. April setzten sich die Verteidiger ab und Gundelsheim konnte von den Amerikanern besetzt werden.

In Nürnberg endete die nationalsozialistische Herrschaft am 20. April 1945. Am Vormittag des 30. April 1945 besetzten die 3., 42. und 45. Division der 7. US-Armee die Stadt München nahezu kampflos.